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Blog – Selbstlektorat
Allgemein
Reihe: Was ist das eigentlich – Überarbeitung? Kann man das essen? Überarbeitung eines Textes. Warum solltest du das tun? Bei meinen Ratschlägen in dieser Reihe geht es um die Be- und Überarbeitung von Romanen, Kurzgeschichten, Novellen und allgemein Erzählungen. Wenn du bereits kurze Texte geschrieben hast, wird es dir leichter fallen, einen Roman zu schreiben, … Blog – Selbstlektorat weiterlesen
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Reihe: Was ist das eigentlich – Überarbeitung? Kann man das essen?


Überarbeitung eines Textes. Warum solltest du das tun?
Bei meinen Ratschlägen in dieser Reihe geht es um die Be- und Überarbeitung von Romanen, Kurzgeschichten, Novellen und allgemein Erzählungen. Wenn du bereits kurze Texte geschrieben hast, wird es dir leichter fallen, einen Roman zu schreiben, du kennst dich mit der Materie aus.

Das Lektorat ist Handwerk. Ein Text – so sagt der Volksmund – besteht aus 90% Handwerk und 10% Talent. So „viel“ Talent ist erlernbar. Wirklich. Ich denke, es kommt mit der Erfahrung, der Muse. Vor allem in losgelösten Minuten.

Manch einer versteht nicht, dass man sich dem Handwerk „beugen“ sollte, um schreiben zu lernen und infolge irgendwann schreiben zu können!
Ja, dieser Satz ist wichtig. Deshalb nochmal.

Allein der Wunsch zu schreiben und Sätze zu verfassen, macht dich NICHT zu einem Schriftsteller/einer Schriftstellerin!

Nicht, weil du schreiben möchtest, wirst du ein*e Autor*in, sondern weil du das Handwerk stetig übst, dich kennenlernst, verbesserst und hart an dir arbeitest.

Zerstören wir diesen Beruf nicht! Arbeiten wir an uns. Verdienen wir uns diesen Namen! Ich selbst hadere oft mit mir. Regelmäßig frage ich mich, ob ich gut genug bin. Ich falle regelmäßig auf die Schn**** und stehe regelmäßig wieder auf.
Das ist das Geheimrezept.

In meinem Instagram-Account steht, ich bin Autorin. Ich möchte meinen Beruf ehren, deshalb übe und schreibe und übe und schreibe ich. Ich liebe, was ich tue. Doch ich kritisiere es auch hart und bin erst spät zufrieden, manchmal auch gar nicht. Es gibt auch für mich Luft nach oben. Diese Grenzen – wann bin ich Autor*in und wann nicht – können verschwimmen und unterschiedlich ausgelegt werden. Lass dich nicht verunsichern, aber sei bereit, dein Tun zu überdenken.

Merke: Du sollst stets dazulernen.

Immer wieder begegne ich Menschen, die fröhlich drauflos schreiben, veröffentlichen und …
Ja. Und dann? Verkauft sich das Buch nicht und keiner weiß, weshalb. Na gut. Der Leser weiß es. Dumm gelaufen …

Manch anderer ist der Meinung, dass dieses stetige Austauschen, Verbessern, Korrigieren, Umschreiben nach „Maßstab“ jeden stilvollen Text zunichte machen würde.
Falsch. Ich bin da völlig anderer Meinung.

Stil ist nicht, dass du dir deine Gedanken oder gar Probleme von der Seele schreibst. Es ist auch nicht, dass du überhaupt schreibst.

Stil ist meiner Meinung nach das, was dabei herauskommt, wenn ein*e Autor*in seiner*ihrer inneren Stimme vertraut und diese Worte anschließend lektoriert. Stil ist unter anderem die Stimme des Menschen, der schreibt. Diese sollte in leserfreundliche Sätze verpackt werden.

Merke: Das Lektorat macht Sätze leserfreundlich.

Ein Text profitiert, wenn du die Regeln verinnerlichst und anwendest. Dafür musst du sie kennen. Das ist Autor*in sein.

Stetig zu lernen, das Handwerk umsetzen und sich zu verbessern ist anstrengend. Echt anstrengend. Schon vor langer Zeit hat sich jemand Gedanken gemacht, wie Menschen Geschichten gerne hören und sie haben Unmengen an Literatur verfasst, in der es genau darum geht. Überleg mal, warum.

Du verstümmelst deinen Text nicht, wenn du ihn lektorierst.

Du solltest lernen, zu unterscheiden, was einen guten Text ausmacht und hören/fühlen/sehen, warum das so ist.

Die einen werden dein Geschriebenes lieben, andere eher nicht. Mancher wird deinen Text nach kurzer Zeit weglegen. Das ist okay, denn es geht nicht ausschließlich um lektorierte Sätze.
Seltsame Sache, denn eben habe ich behauptet, dass es deinen Text verbessert. Ja, tut es.
Nicht jeder mag Schlager. Nicht jeder mag Helene Fischer. Und trotzdem ist sie ein Star, denn sie hat sich stetig verbessert. Zusätzlich hat sie ihre Zielgruppe gefunden und den Rest aussortiert.

Es geht um vieles beim Schreiben – es ist ein riesiges Zusammenspiel aus vielen Kleinigkeiten, die ein Musikstück ergeben. Die einen mögen es, die anderen nicht.
Letztendlich geht es um den Lesefluss. Darum, dass der Leser ungestört bleibt und du ihm, in seiner Fantasie, deine Welt zu Füßen legst.

Um das zu gewährleisten, muss vieles beachtet werden. Im letzten Post hatte ich eine Aufstellung über das Groblektorat erstellt, hier noch einmal zur Erinnerung:

Das könnte deine private To-Do-Liste des Groblektorats sein:

– die Figuren sind dreidimensional, überzeugend und glaubhaft
– Leser können sich mit der Hauptfigur identifizieren/können eine Verbindung zu ihm*ihr aufbauen
– die Figuren entwickeln sich
– Spannungsbögen genutzt und ausgebaut
– Genre gewählt und ersichtlich (kein Genre-Matsch!)
– roter Faden ersichtlich
– Handlung glaubwürdig
– Szenen bauen sinnvoll aufeinander auf
– Perspektive bestmöglich gewählt und korrekt umgesetzt

Erinnerung: Es ist wichtig, dass diese Liste ZUERST abgeschlossen ist, bevor du mit dem Umformulieren deiner Sätze und dem Glätten der Geschichte weiter machst. Warum?

Weil du dich sonst ewig im Kreis drehst. Du schreibst wunderschöne Sätze. Acht Stunden später bemerkst du, dass du sie nicht brauchst – also streichen. Bämm! Aua …

Danach kommt das Feinlektorat, zu dem ich dir heute einen Teaser geben möchte.

Das könnte deine private To-Do-Liste des Feinlektorats sein:

– Fett weg! Streiche jedes unnötige Wort
– nutze aktive Verben
– finde das aussagekräftigste Verb
– vermeide Passivkonstruktionen, außer jemandem wird etwas angetan
– achte auf unterschiedliche Satzanfänge
– nutze so wenige Verbindungswörter wie möglich (und, oder, desweiteren etc.)
– vermeide Füllwörter
– schreibe einfach, klar und verständlich
– schreibe kurze Sätze, wechsle sie mit längeren ab und nutze sie im optimalen Kontext (Beschreibungen verlangsamen den Lesefluss. Kurze Sätze erhöhen die Spannung, weil sie schneller lesen lassen.)
– funktionieren deine Vergleiche und Metaphern?
– vermeide unpassende Formulierungen/Dialekt/Umgangssprache, außer es charakterisiert die individuelle Sprache des personalen Erzählers
– vermeide unnötige Wortwiederholungen

Nach dem Feinlektorat kommt die Korrektur. Ich empfehle dir dringend, den Text in dieser Phase aus der Hand zu geben. Entweder an ein Korrektorat oder an jemanden, der den Text nicht kennt. Diese Person sollte die geschriebene Sprache sehr gut bis perfekt beherrschen – Rechtschreibung, Orthographie, Grammatik!

Du bist betriebsblind. Egal, wie gut du die deutsche Sprache im Griff hast. Warum?
Weil du es zu oft gelesen hast. Dein Gehirn korrigiert beim Lesen automatisch. Schlaues Ding. Hier leider überflüssig. Mach nicht den Fehler, Fehler stehen zu lassen.

Diese Listen sind nur ein Auszug und sollen als Orientierung dienen, es gibt noch reichlich Tipps. Ich werde  weitere erklärende Beiträge zum Grob- und Feinlektorat schreiben. In den nächsten Posts gehen wir ausführlich auf jeden Schritt in den verschiedenen Phasen des Lektorats ein. Ich erzähle, was die einzelnen Schritte für mich bedeuten und wie sie umgesetzt werden können.

Zusammenfassung:

– einen Text zu lektorieren, zerstört deinen Stil nicht
– ein Lektorat macht Sätze leserfreundlich
– trotzdem wird nicht jeder deine Texte lieben
– das Feinlektorat kommt stets NACH dem Groblektorat
– während dem Feinlektorat kannst du korrigieren, aber versteife dich nicht darauf

Ich danke dir für den Aufruf. ❤
Siiri Saunders

P.S. Wie überarbeitest du deine Geschichte? Feilst du daran oder widersprichst du meinen Gedanken?

Schreib deine Meinung in die Kommentare. Ich freue mich darüber.

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Kostenlose Kurzgeschichten
Allgemein
Herzlich Willkommen in den Windungen meiner Fantasie. Setz dich gerne auf das Sofa, lehn dich zurück und genieße meine kostenlosen Kurzgeschichten. Ich wünsche dir viel Spaß dabei. Ich freue mich riesig über Kommentare, deshalb lass mir gerne deine Meinung über meine Geschichten da. Du kannst auf dem Reiter auf den Pfeil klicken oder hier : … Kostenlose Kurzgeschichten weiterlesen
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Herzlich Willkommen in den Windungen meiner Fantasie.

Setz dich gerne auf das Sofa, lehn dich zurück und genieße meine kostenlosen Kurzgeschichten. Ich wünsche dir viel Spaß dabei. Ich freue mich riesig über Kommentare, deshalb lass mir gerne deine Meinung über meine Geschichten da.

Du kannst auf dem Reiter auf den Pfeil klicken oder hier :

1. Kurzgeschichte:

https://siirisaunders.wordpress.com/die-memoiren-des-monsieur-frigo/

2. Kurzgeschichte:

https://siirisaunders.wordpress.com/die-erschoepfte-kuechenuhr/

3. Kurzgeschichte:

https://siirisaunders.wordpress.com/die-uralte-kaffeemuehle/

 

Die Geschichten von Haushaltsgeräten sind inspiriert von einer Kollegin, die „das geheime Leben einer Enter-Taste“ als kostenlose Kurzgeschichte verfasst hat. Schau mal rein. https://www.randompoison.com/writings/stories/kurzgeschichten/entertaste/

*das Beitragsbild stammt von Pixabay. Vielen Dank.

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Blog – Im Netz gelandet …
Allgemein
  Halli hallo, seit circa einem Monat klüngel ich immer mal wieder auf einer Plattform namens Nornennetz mit anderen Autorinnen aus der Fantastik-Szene. Richtig gehört, AutorINNEN. Das Nornennetz ist ein Verbund vieler Fantastik-Autorinnen, die den Ruf der Zeit nach mehr weiblicher Fantasy (die durchaus ganz männlich-rüde geschrieben sein kann), erhört haben und sich entschieden haben, … Blog – Im Netz gelandet … weiterlesen
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Halli hallo,
seit circa einem Monat klüngel ich immer mal wieder auf einer Plattform namens Nornennetz mit anderen Autorinnen aus der Fantastik-Szene.
Richtig gehört, AutorINNEN.

Das Nornennetz ist ein Verbund vieler Fantastik-Autorinnen, die den Ruf der Zeit nach mehr weiblicher Fantasy (die durchaus ganz männlich-rüde geschrieben sein kann), erhört haben und sich entschieden haben, etwas zu ändern.
Leider werden AutorEN in der Fantastik immer noch „besser“ eingestuft, was man anhand öffentlicher Verkaufsstatistiken leicht einsehen kann. Aber das ist heute nicht ganz das Thema, deshalb keine Statistik dazu.
Ganz besonders wichtig: Wir wollen niemandem vom Thron stoßen, wir wollen nicht besser dastehen und auch nicht weinerlich klingen, wir akzeptieren alle Meinungen und laden auch interessierte Männer, schreibende Autoren und alle Interessierten ganz herzlich ein, mit uns auf Twitter, unserer HP –> http://nornennetz.aeom.de/ oder Instagram und Facebook zu sprechen.
Wir wollen AUFMERKSAM machen, auf Missstände und gute Bücher. Wir wollen füreinander da sein, uns gegenseitig stützen, mit dem was wir können und haben und Liebe und Glitzerstaub verteilen (okay, nicht jede von uns will das :/ ).

Ich möchte euch von dieser Bereicherung für mich und mein Leben als Mensch und Autorin erzählen.

Es fing damit an, dass ich eine Bewerbung ausfüllen musste. Das fand ich schon etwas schräg und ehrlich gesagt auch nervig, aber es war ja für den guten Zweck, als überlegte ich mir meine Ziele und Vorstellungen und quasselte mal so runter, was mir in den Sinn kam. Siehe da, ein paar Tage später, kam eine Brieftaube … äh… Mail ins Haus geflattert und die war erstaunlich freundlich und positiv.

Nach ein paar Mailpatzern von uns beiden (deswegen sind wir auf Brieftauben umgestiegen), kamen wir an das ersehnte Ziel. Ich wurde Novizin im Nornennetz und durfte durch die heilige Discort-Pforte auf den Nornennetz-Server.

Willkommen auf der Feenwiese, hieß es dann. Ein Kanal innerhalb des Servers, da quatschten alle wild durcheinander (ja, es ist exakt so, wie man es sich bei einem Haufen Hühnern vorstellt), ich beobachtete und warf mal etwas in die Runde.
Innerhalb kürzester Zeit wurde ich liebevoll aufgenommen, fühlte mich pudelwohl, verstand immer mehr, was auf dem Server und in den Kanälen los war und schaute mal in verschiedene andere Kanäle. Das ist ein bisschen, als schaute man hinter verschiedene Türen und hinter denen sitzen Nornen und spinnen Fäden über ein bestimmtes Thema.
Da wird um Hilfe gebeten, man stellt sich vor, man lacht miteinander, macht Vorschläge oder sucht etwas ganz Spezielles.

Schon bald fühlte ich mich nicht mehr so alleine, Twitter war ganz schnell kein Abstellgleis mehr (ich hatte leider bis dahin keine Zeit dafür), sondern wurde plötzlich gut besucht, retweetet und geliket. Mir wurde Hilfe angeboten, Fragen wurden beantwortet und es wurde unfassbar viel gelacht.
Ich habe bereits drei Texte von anderen tollen Autorinnen zum Probelesen erhalten und bemerkt, wie unfassbar viel Freude es macht, ein fremdes Buchbaby in den Händen halten zu dürfen und wie behutsam, aber kritisch man damit umgehen sollte.
Schnell bekam ich Unterstützung mit meinem Klappentext und vielen anderen konkreten Fragen. Und zwar fast immer sofort!

Es kam der Tag der Tage an dem meine liebevolle Patin (eine Betreuerin für den ersten Monat, die braucht man, glaubt mir), also es kam der Tag der Tage, an dem meine Patin mich fragte, ob ich von der Novizin zur Norne aufsteigen möchte.
Natürlich wollte ich das. ❤ Was für eine Frage!
Schnell wurde dann auch klar, dass man dafür, dass die Damen vieles für einen tun, auch etwas zurück geben sollte. Ein wunderschöner Instagram-Presseplatz war frei, also besetzte ich ihn ganz schnell und mein Name wurde Pink, genauer Magenta. 🙂 Die Farbe stellt deinen „Job“ innerhalb des Netzwerkes dar. Meine absolute Lieblingsfarbe! Zufall oder Schicksal… Sollte ich als Norne beantworten können, nicht wahr?!

Das Nornennetz tut viel für mich und dafür bin ich unheimlich dankbar, so viel Unterstützung und Rückhalt erfährt man nicht ständig.
Es gibt zum Beispiel derzeit eine Wanderbuch-Aktion.
Auf der Website des Nornennetzes http://nornennetz.aeom.de/ kannst du dich als Leser für ein Buch einer unserer Fantastik-Autorinnen eintragen und es wird dir nach einer Auslosung mit etwas Glück demnächst zugesendet. Nach vier Wochen (oder nach Absprache), sendest du es an die oder den nächste/n Leser/in weiter. 🙂

So kann uns jeder kennenlernen und ihr dürft in dem Buch kritzeln, Notizen machen, Sternchen, Herzchen oder was auch immer malen. Ihr dürft UNS eure Meinung sagen. Ziel der Aktion ist es, dass wir Autorinnen eure Meinung wahrnehmen dürfen, als würden wir euch beim Lesen über die Schulter schauen. Das ist doch mal was!

Ich bin auf jeden Fall dabei, ich hoffe, du auch und schau doch mal auf Instagram, Facebook, Twitter unter #Nornennetz oder unserer erwähnten HP vorbei.
Wir sehen uns! Ich freue mich auf dich! ❤

 

Siiri_Saunders_Norne
siirisaunders
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Blog – Meine Reise zu Filín
Allgemein
Ich keuche und fluche. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Meine Augen tränen, die Finger krampfen. Es ist verdammt harte Arbeit. Werden sie es mögen? Habe ich Fehler gemacht? Werden sie mich missverstehen? Ist alles so, wie ich es haben wollte? Bin ich wirklich gut genug für die Welt da draußen? Ich checke das Manuskript … Blog – Meine Reise zu Filín weiterlesen
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Ich keuche und fluche.
Der Schweiß steht mir auf der Stirn.
Meine Augen tränen, die Finger krampfen.
Es ist verdammt harte Arbeit.

Werden sie es mögen? Habe ich Fehler gemacht? Werden sie mich missverstehen? Ist alles so, wie ich es haben wollte? Bin ich wirklich gut genug für die Welt da draußen?

Ich checke das Manuskript noch einmal, obwohl ich es gerade erst zum letzten Mal korrigiert und eben veröffentlicht habe.
Und das habe ich schon ungefähr acht Mal gemacht …

Schriftsteller zu werden ist nicht leicht.

Ganz im Gegenteil. Es erfordert unfassbar viel Mut und mindestens genauso viel Leidenschaft. Und gerade weil so viel Leidenschaft darin steckt, ist es als würden meine Leser direkt in meine Seele blicken können.

Natürlich möchte ich meinen Lesern das absolut perfekte Leseerlebnis bieten, aber allein schon dieser Anspruch ist so hoch, dass ich ihn wohl vorerst nicht erreichen werde.

Leider kann ich dir nicht versprechen, dass das Manuskript bis in die letzte Ecke perfekt ist und nunja … vielleicht werden dir sogar Fehlerchen begegnen.
Aber ich verspreche dir, dass ich absolut alles gegeben habe, was mir zum Veröffentlichungszeitpunkt zur Verfügung stand. Ich habe mir viel Zeit bis zu diesem Moment gelassen und geübt wie eine Verrückte.

Wenn du nun zwischen meinen Zeilen abtauchst, wirst du einen großen Teil von mir kennenlernen und wenn du dich ganz und gar hingibst und von mir entführen lässt, dann wirst du vielleicht sogar eine leiste Stimme hören, die dir vorliest. Meine Stimme.

Mit großer Sorgfalt und Liebe habe ich meine Charaktere entwickelt, ich habe Duzende Interviews geführt, um sie kennenzulernen, bin mit ihnen spazieren gegangen, habe mit ihnen gekocht und ich bin mit ihnen in ihre Vergangenheit gereist. Es war mir eine Freude sie und ihre Welt kennenzulernen und ich hoffe von Herzen, dass es dir mindestens genauso viel Freude bereiten wird oder dass sie dir bereits zuteil wurde.

Herzlichst,

Deine Siiri

 

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siirisaunders
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Blog – Lies das nicht!
Allgemein
Mein Freund schleppt meine Umzugskiste in den zweiten Stock. Ich beobachte ihn argwöhnisch, denn darin sind meine liebsten Schätze. Keuchend kommt er oben an, lässt die Kiste auf den Boden knallen und fährt sich mit dem Handrücken über die feuchte Stirn. Ich belasse es dabei. Einige Tage später habe ich immer noch Kisten übrig, doch … Blog – Lies das nicht! weiterlesen
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Mein Freund schleppt meine Umzugskiste in den zweiten Stock. Ich beobachte ihn argwöhnisch, denn darin sind meine liebsten Schätze.

Keuchend kommt er oben an, lässt die Kiste auf den Boden knallen und fährt sich mit dem Handrücken über die feuchte Stirn.
Ich belasse es dabei.

Einige Tage später habe ich immer noch Kisten übrig, doch ich bestehe darauf, sie alle einzeln auszupacken, damit ich weiß, wohin mein Kram verschwindet.
Ich sortiere im Schlafzimmer ein paar kitschige Elfenfiguren aus, als er vom Wohnzimmer aus ruft: „Du schreibst?“

Meine Augen weiten sich. Ich rase hinüber.
Er hält es in der Hand!
Das darf nicht sein. Ich schaue genauer.
Mein unfertiges Manuskript.

Es ist, als hielte er mein Herz in seinen Klauen.
Für diesen Moment bereue ich, hier eingezogen zu sein. Ich möchte es ihm entreißen und für immer bei mir verstecken.
„Lies das nicht!“, fauche ich.

Behutsam legt er den Papierstapel zur Seite, schaut mich an.
„Aber das ist doch total schön.“

Schreiben ist eine Berufung.

Und es dauert lange, bis man das Geschriebene jemandem zeigen kann. Denn es ist, als würde dir jemand in deine geheimsten Gedanken blicken. Gruselig, nicht wahr?

Mein heutiger Ehemann und ich sind zu einem Team zusammengewachsen, im Leben und im Schreiben. Er kitzelte immer wieder Informationen aus mir heraus, die ich ihm nicht preisgeben wollte, weil es mir peinlich war, was ich mir ausdenke. Ich hatte so große Angst, dass er darüber lachen könnte.

Stattdessen inspirierte er mich. Er setzte mich geradezu an den Schreibtisch und diskutierte den nächsten Strang mit mir aus, die nächste Figur und die Haarfarbe, der noch unfertigen Person.

Alles.

Durch ihn lernte ich, dass mich niemand für meine Gedanken auslacht, dass ich meine Geschichte auch anderen Menschen zeigen kann. Und so entstand erst eine kleine Gruppe toller Freunde um mich herum, die fleißig jede neue Zeile meines Romans verschlangen.

Es gab harte Kritiken, die mich zuerst völlig demotivierten, doch dann war er wieder an meiner Seite, baute mich auf, motivierte mich und ich machte weiter. Und immer weiter.
So geschah es, dass ich meine Zeilen sogar einer befreundeten und oft veröffentlichten Autorin vorlas.
Und rate mal.
Es hagelte harte Kritiken …
Ich war völlig am Boden zerstört, aber ich arbeitete hart an meinem Manuskript. Ich übte Rechtschreibung, Plotten, langsam von schnell zu unterscheiden und so vieles mehr.
Und dann war auch sie begeistert.

Meinem Mann verdanken wir, dass ich jemals Wörter zu Papier brachte, die sich sehen lassen können. Weil er erkannt hat, dass ich nicht nur schreibe, um etwas mitzuteilen, sondern, dass ich schreibe, um Menschen in andere Welten zu entführen, die meiner Fantasie entspringen. Weil ich andere inspirieren, erfüllen und zum Träumen anregen möchte.

Und ich hoffe von Herzen, dass mir das auch bei dir gelingt.

 

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